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Das Zelt

Das Zelt ist ein temporärer Bau, welcher einfach zerlegbar sowie transportabel ist. Zelte nützen dem Wohnen von Nomaden beziehungsweise als Unterbringung auf Reisen und Expeditionen. Für Grossveranstaltungen kommen Festzelte als zeitweilige Veranstaltungssäle zur Anwendung, das Zirkuszelt ist der gewöhnliche Schauplatz eines Zirkus. Zelte werden von Firmen auch bei Messen und Ausstellungen oder bei Sonderverkäufen als zeitweilige Verkaufsfläche benutzt. In aller Regel besteht das Zelt aus einer Zelthaut und einer einfachen, innenliegenden Tragkonstruktion.

Hinter einem Windschirm ist ein Zelt die eventuell älteste Form des menschlichen Schutzbaues gegen die Unannehmlichkeiten der Natur. Schon im Jungpaläolithikum sind einfache, eher kleine, einfach zu transportierende Sommerzelte sowie massivere Winterzelte beziehungsweise geräumige und robuste Karkassen nachgewiesen. Von letzteren wurde bestenfalls die Hülle mitgenommen, das Gerüst konnte in der kommenden Saison bei Bedarf abermals gebraucht werden. Für ein Zelt von Günnersdorf wurden als Hülle von Dietrich Evers circa 40 Pferdehäute mit dem Gesamtgewicht von 240 Kg ermittelt. Die Behausungen dürften beim Fehlen von Tragtieren sowie Transportmitteln schwerlich über grössere Strecken bewegt worden sein. Die Zelte bestanden aus dem Gerüst aus Holzstangen über welches als Hülle Tierfelle mit der Fellseite so nach aussen aufgelegt wurden, so dass Wasser gut abfließen konnte. Die Umrandung des Zeltes wurde mit Aufschüttungen aus Sand, Erde und Steinen angebracht. Wahrscheinlich sicherten Schnüre das Zelt gegen Sturm.
Das Zelt verlor im Mesolithikum an Wichtigkeit. Als die Urwälder entstanden, wurden feste einfache Hütten gebaut. Mit den verschiedenen Verwendungszwecken kommen Zelte in vielen Kulturen allerdings immer noch vor. Unter anderem bei nordafrikanischen und fernöstlichen Nomaden und nordamerikanischen Ureinwohnern, die stellenweise ausschliesslich in Zelten lebten. Von den Römern wurden Zelte im grossen Ausmaß beim Militär genutzt. Sie fungieren darüber hinaus heutzutage noch als Sanitätszelt, Mannschaftsunterkunft oder portable Werkstätten und Lagezentren, werden allerdings mehr und mehr durch Container verdrängt. Heute steht die Benutzung im Camping-Urlaub im Fokus, abgesehen von der kommerziellen Anwendung als Fest-, Event- und Zirkuszelt wie auch der privaten Nutzung als Partyzelt.
Darüber hinaus entwickelten die Ingenieure des 19. und vor allem des 20. Jahrhunderts kühne permanente Zeltkonstruktionen, welche in der Baukunst des ausgehenden 20. Jahrhunderts und in der zeitgenössischen Architektur als Dachkonstruktionen permanenter Bauwerke und anderer baulicher Anlagen stets wieder Anwendung finden sowie sich wie die Form modischer Dachkonstruktion durchsetzen konnten. Insbsondere der Baumeister Frei Otto wurde mit diesen Konstruktionen allgemein bekannt, anstatt flächiger Zeltbahnen benutzt er zum Teil Seilnetze, welche mit Kunststoffelementen befüllt werden.